Die E(li)ssenz des Durchhaltens
Projekt 42:
Marathon auf Malta
Projekt 42
Projekt was? Genau, Projekt 42.
Kleiner Sidefact am Rande: Um mich selbst zu motivieren, gleichzeitig aber noch nicht zu viel vom Inhalt des Abenteuers preiszugeben, habe ich das Video ziemlich verklausuliert mit einem Timer angekündigt. 42 Tage vor Veröffentlichung. 42 Kilometer, die es zu laufen galt.
Aber weshalb das Ganze? Was ist eigentlich das Besondere an einem Marathon?
Nun ja, zugegeben: Es ist bereits das zweite meiner Abenteuer, das verdächtig stark nach Quarter-Life-Crisis klingt. Aber für mich bedeutete dieser Marathon deutlich mehr als nur irgendeine sportliche Herausforderung.
In meinem Leben habe ich mit vielen Dingen angefangen. Und mit ziemlich vielen davon auch wieder aufgehört. An sich ist das nichts Schlimmes. Interessen ändern sich, Ziele verschieben sich. Bei mir war es aber oft etwas anderes: Mir fehlte die Disziplin. Das Durchhaltevermögen. Schlicht der Biss.
Das wollte ich angehen, ich wollte es ändern. Besser machen.
Ich wollte mir einmal selbst beweisen, dass ich etwas nicht nur anfangen, sondern auch durchziehen kann. Auch dann, wenn die anfängliche Motivation längst verschwunden ist.
Zum Zeitpunkt des Marathons hatte ich gerade einmal sechs Monate Lauferfahrung. Davor hatte Sport in meinem Leben praktisch keine Rolle gespielt. Die Voraussetzungen waren also… sagen wir mal: ausbaufähig.
Die Vorbereitung lief trotzdem. Woche für Woche. Kilometer für Kilometer.
Und dann kam natürlich genau das, was kommen musste: In der Eventwoche wurde ich krank.
Schritt für Schritt.
Die E(li)ssenz des Durchhaltens.
Karten auf den Tisch: Angeschlagen Sport zu machen ist absolut dumm. Es ist nicht heroisch, nicht mutig. Es hat nichts mit Biss zu tun. Es ist schlichtweg dumm. Mach’ das niemals nach!
Ich bin glücklich, dass mein Körper mir diesen Fehler verziehen hat.
Und trotzdem wäre es gelogen zu sagen, dass dieser Tag für mich keine Bedeutung hatte.
Denn nachdem ich die ziemlich dumme Entscheidung getroffen hatte, überhaupt an der Startlinie zu stehen, begann eine der anstrengendsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens.
Am Anfang trägt dich die Stimmung. Aber irgendwann kämpfst du einfach mit deinem Kopf und deinem Körper.
Und wisst ihr, was komisch ist? Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht, dass ich an der Ziellinie in Tränen ausbreche. Ich war erleichtert, glücklich und traurig zugleich. Einordnen konnte ich das bis heute nicht.
Aber hey, ich habe es geschafft. Ich habe mich durchgebissen.
